Die Tagesklinik
Das Klinikgebäude liegt am Rande von Meghaulis auf einem offenen Hain nahe einem Dschungelgebiet. Umgeben von einem Garten mit Blumen, Stauden, Fruchtbäumen und Palmen, umfasst es mehrere Räume: Rezeption/Wartebereich, Untersuchungsräume, Röntgen, Medikamentenlager, Labor und Physiotherapie.
1998 wurde die Klinikarbeit mit zwei Krankenschwestern und einem Healthassistant aufgenommen. Mittlerweile hat sich ein Sprechstundenangebot mit verschiedenen Fachärzten entwickelt: Mehrfach pro Woche kommen Ärzte verschiedener Fachrichtungen, darunter Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Augenheilkunde, Gynäkologie und Neurologie. Diese Ärzte arbeiten sonst im staatlichen Krankenhaus in Bharatpur, ca. 20 km östlich von Meghauli.
Zuletzt kamen jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen in die Klinik, etwas über die Hälfte davon Frauen. Sie suchen vor allem Hilfe bei Haut-, Augen- und HNO-Beschwerden sowie bei Rücken- und Gelenkschmerzen. Immer häufiger geht es um Diabetes und Bluthochdruck. Kleinere Verletzungen können vor Ort versorgt werden. Patienten mit größeren Verletzungen werden mit dem klinikeigenen Krankentransportwagen ins Krankenhaus nach Bharatpur gebracht, seit Mai 2026 mit einem neuen Ambulanzwagen.
Die Patienten beteiligen sich anteilig an den Kosten. Eine Röntgenaufnahme kostet nur die Hälfte des staatlichen Krankenhaustarifs, Blutzucker- und Harnsäuretests sind kostenlos, für weitere Laboruntersuchungen und Medikamente fällt eine Gebühr an. Außerdem gibt es Hausbesuche für Menschen, die nicht in die Klinik kommen können.
Health Camps bringen medizinische Versorgung in abgelegene Orte, in denen es keine Ärzte gibt. 2024/25 fanden fünf Camps mit zusammen rund 1.800 Patienten statt, darunter ein Camp in Laljhadi (Kanchanpur) mit 834 Patienten und ein Augencamp in Meghauli.
Außerdem hilft Clinic Nepal armen Familien bei der staatlichen Krankenversicherung, zuletzt 100 Haushalten mit rund 550 Menschen. Brauchen Menschen unter der Armutsgrenze nach einem Unfall oder in einem Notfall eine teure Behandlung, gibt es einen Zuschuss aus der Einzelfallhilfe, auch für den Transport zu Fachkliniken. 2024/25 unterstützte Clinic Nepal zum Beispiel die Operation eines neunjährigen Kindes mit schweren Verbrennungen in Kathmandu.
Von Zeit zu Zeit arbeiten Ärzte, Krankenschwestern, Physiotherapeuten oder Hebammen aus westlichen Ländern unentgeltlich in der Klinik. 2024/25 behandelte ein Physiotherapeut aus Deutschland eine Woche lang 23 Patienten in 76 Sitzungen. Eine Akupunktur-Therapeutin bot zwei Monate lang kostenlose Neuro-Akupunktur an, 5.269 Menschen wurden behandelt. Fünf Pflegekräfte aus Maine halfen bei Health Camps und gaben Erste-Hilfe-Kurse. Wer selbst mitarbeiten möchte, findet alle Informationen auf der Seite Freiwilligenarbeit.
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